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Foto nordische Landschaft

19. Mai 2006

Gemeinheit …

Britta PerssonWie kann man nur so gemein sein?! Da schickt ein netter Geist aus Schweden mir ein kleines, schmales Paket, und ich mache es auf, und dadrinne ist etwas Neues von der wunderbaren Britta Persson, und mein Herz macht einen Hüpfer, und alles ist wieder, gut und jetzt kann ich auch wieder Franz Müntefering im Fernsehen ertragen und diesen Kauder und all die anderen Gangster, weil ich habe ja etwas Neues von Britta Persson, der Wunderbaren, und ich gucke genauer hin, und ich sehe noch mal und noch mal, und ich putze meine Brille, aber es hilft nichts, es ist und bleibt eine – Single!

Nur eine Single! Nur drei Minuten und neun Sekunden!

Immerhin! Eine neue Single von Britta Persson, und wie macht sie das wieder klasse, ein wunderbarer, spröder Popsong, der gar nicht popig ist und deswegen nie nie im Radio gespielt werden wird, außer vielleicht mal nachts, wenn nur die Leute zu hören, die noch Ahnung haben und es zu würdigen wissen, wenn sich Musiker wirklich Mühe geben und noch was kennen. Ganz leicht schlägt sie die Gitarre an, ein wenig schrammelig, aber mit diesem gewissen Tempo und die Stimme … ach die Stimme … und ein wenig Klavier dazwischen gestreut … und die Melodie und … überhaupt … einfach alles!

Und was lese ich auf dem Beipackzettel? Ende August erscheint die neue CD, also alles neue von Britta Persson, der Unerreichbaren, und ich überschlage, wie oft noch schlafen, bis endlich … oh Gott!

17. Mai 2006

Der Papst in Schweden

Nach noch unbestätigten Berichten wird in wenigen Tagen der Papst former known as the Der Heilige Vater Schweden besuchen und dort jeden Einwohner und jeden Elch und jedes Knäckebrot selig sprechen. Der Grund für dieses einmalige Unternehmen: Während Nachbar Finnland die Mannen des Teufels nach Athen schickt und Deutschlands Sängerin immer wieder das Röckchen hebt, wiedersteht Carola Häggkvist allen Versuchungen und Verführungen. Bibeltreu und bibelfest wird sie sich in die Herzen der Euopäer singen, wobei besonders ihre Ausführungen zu den Wirrungen und Irrungen der … nun ja … hüstel, schluck … gleichgeschlechtlichen Liebe von ihrer … äh … Liebe zu dem einzig Wahren zeugen.

Papst Benedikt werde daher … oh! … Achtung … Hoppla! … die Leutchen sind doch dort ebenfalls alle fleißig und strengstens evangelisch! Schade … wird also nix werden mit der Seligsprechung.

Und ansonsten gilt: Zero points for Vatikanstadt!

16. Mai 2006

The Real Emo

»You're a bitch-talking motherfucker,
You’re the worst cock sucker
Swore that you were true to me
Yeah – in my dreams«

Daniel Cirera lässt es raus. Ohne viel Selbstmitleid, aber auch ohne Explosion. Ein Mann mit Gitarre, der tun muss, was er tun muss! Von seiner eigenen Freundin hintergangen versucht er mit Schmerz und Herz und simplen Worten fertig zu werden. »Motherfucker Fake Vegetarian Ex-Girlfriend« heißt seine erste Single, die ihm nicht viel Airplay auf der ganzen Welt einbringen sollte – wer mag schon Songs, die aus einem Dauerpiepen bestehen? Aber ohne  Zensur steht unter dem Strich ein tagebuchvolles Album mit Geschichten, die jeder kennt. Manchmal explizit, aber doch so nah, dass seine Privataufnahmen schnell in seinem Freundeskreis die Runde machten.  Und so universell, dass bestimmt die Ex inzwischen schon demonstrativ mit anderen Männern direkt vor Daniels Augen rumknutscht. Damit auch noch genug Material für Album Nummer zwei abfällt…

– 

Das Debütalbum »Honestly I Love You *Cough*« des spanischstämmigen Schweden erscheint am 30. Juni bei EMI.

http://www.danielcirera.com

12. Mai 2006

Oh, David …!!!

Eigentlich hab ich die Debüt-CD von David Fridlund gar nicht so oft gehört, auch wenn ich überall in der Welt herumposaune, dass es die CD des Jahres werden kann. Doch als ich plötzlich bei David im Konzert stand, kannte ich sie in- und auswendig! Muss also wirklich etwas dran sein, Kinnings!

Und was das für ein Konzert war! 15, vielleicht 20 Leute hatten in der rumpelig-schnuckligen Prinzenbar Platz genommen, aber David und seine wunderbaren Musiker traten auf die Bühne, als seien mindestens hundertmal so viele Gäste anwesend. Ach, war das hübsch. Ganz dicht und engagiert spielten die vier ihre Songs, probten einiges neues und was mir besonders in Erinnerung bleiben wird, was für Pranken David hat, wenn er sein Klavier bearbeitet, dabei hat er ganz zarte Hände …

Eigentlich wollte ich vorher noch ein Interview mit ihm machen, allein an diesem Tag brach sich unser Kind den Arm und ich konnte einen tiefen und zeitintensiven Einblick in unser Gesundheitssystem haben, aber das wäre jetzt eine andere Geschichte …

11. Mai 2006

Hitsen Från Blitzen – der wahre Schwedenpop

 Wie die kleingeholzten Wälder, die palettenweise und äußerst platzsparend gestapelt in den blaugelben Wellblechbunkern neben den urschwedischen 1-Euro-Hotdogs weltweit feilgeboten werden: Schwedische Musik ist immer Exportprodukt. Schweden singen Englisch, weil unterm Strich bei allen Elchsalami-Essern, Nordkap-Anglern und Schwarzbrennern gerade einmal so die läppische (samt lappische) neun Millionen Marke geknackt wird. Und auch weil selbst bei relativem Erfolg, großausgedehnten Touren durch sämtliche Provinzen die durchschnittlichen Verkäufe und Toureinnahmen nicht reichen, um die wackelbeinige Existenz des Musikerdaseins ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Das Ausland lockt derweil mit Sympathiekärtchen für Schwedenpop – da liegt die Versuchung nicht fern, mit englischen Texten die Geldbörsen aus den Hintertaschen zu locken. Schweden auf Eroberungskurs!

Doch es gibt sie, die Bands, deren kauzige Erstsprache mit den vielen verschluckten Endungen einfach Bestandteil ihres Klangguts ist. Schweden singen Schwedisch! Allerdings versteckt der wahre Schwedenpop sich ein bisschen und ist hoffnungslos in der Unterzahl. Gerade einmal die männliche Hälfte von Roxette, Per Gessle, mit seiner reanimierten Band Gyllene Tider schafft es, mit dem ewigen Sommerhit »Sommartider« und Alben wie »Moderna Tider« die Kassen zum klingeln und die Stadien zum Mitgröhlen zu bewegen. 25 Jahre dauern die Goldenen Zeiten schon an und die Band dürfte inzwischen schon kurz vor der »Goldenen Nase« stehen.

Aber in einem Land, wo 300 staatliche Musikschulen zur Folge haben, dass fast jeder Zweite ein Instrument beherrscht und das öffentliche Interesse an Musik ist nicht wie in Deutschland nur Randthema ist, sondern wirtschaftliche Interessen mit einem ausgeprägten kulturellen Empfinden verbindet, gibt es mehr zu entdecken!

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