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Foto nordische Landschaft

07. Juni 2008

Ruhelos in Reykjavik: Borko und Reykjavik!

An Schlafen ist überhaupt nicht zu denken. Ein cremiges Weiß, ein milchiges Grau, das ist alles, was die Nächte in Island kurz vor Sommeranfang zu bieten haben. Ins Bett scheint in diesen Tagen keiner gehen zu wollen. Wozu auch? Ausruhen können wir im Winter, wenn es nur vier Stunden am Tag hell wird.

Wochenende. Touristen können in Reykjavik mittlerweile ganz offiziell Rúntur-Touren buchen und unter einheimischer Führung auf die traditionell isländische Weise bis in die frühen Morgenstunden von In-Kneipe zu In-Kneipe ziehen, Freigetränke inklusive.  Man darf sich dann in etwa so fühlen wie Hlynur, der nichtsnutzig-charmante Held aus dem Film 101 Reykjavik. Korrekterweise findet der Rúntur zwar durch möglichst cooles Kutschieren im Cabrio entlang der einzig ernstzunehmenden Einkaufs- und Barmeile des Landes statt, aber wollen wir nicht pingelig sein und lieber zur legendären Wurstbude am Hafen schlendern und uns für den Abend stärken. Einfach schauen, wo die Schlange ist….genau…hier gibts die besten Pylsus der Stadt! Lecker!

Wie ist die isländische Etikette bei Konzerten? Fangen die ganz korrekt superpünktlich an? Oder lässig eine Stunde später? Bei Bierpreisen von rund acht Euro das Glas sind das aus finanztechnischen Gründen wichtige Überlegungen. Im Organ in Downtown Reykjavik spielen an diesem Abend die Jungspunde Reykjavik ! und der skurille Brillenträger Borko mit seiner Band. Es ist Labelabend von Kimi Records und die Konzertgänger trudeln langsam ein. Zeit genug, um sich die Exponate der Innereien des menschlichen Körpers aus dem Grundstudium für Mediziner in aller Ruhe anzusehen. Deswegen heißt der Laden ja auch Organ!

Reykjavik! sind sehr sympathische, äußerlich äußerst verschluffte Indiepowerpoprocker, die mit Gusto eine rotzige Punkattitütde pflegen und von Null auf Hundert gefühlte 3,2 Sekunden brauchen. Respekt!  Die fünf Anfangszwanziger (großzügig geschätzt!) legen los, als ob sie vor wichtigen Labelbossen um ihren ersten Plattenvertrag kämpften. Dabei sind doch nur rund 40 ihnen sehr wohlgesinnte Konzertgänger da, die ohnehin nach dem ersten Lied schon begeistert klatschen. Die Songs kommen knallig und krachig daher, es wird mächtig auf die Gitarren eingehauen – aber, mal ganz ehrlich, den Pokal für besonders originelle Beiträge zur Geschichte der Rockmusik wird das Quintett nicht gewinnen. Es sind jugendliche Energie, hormonelle Aufwallungen und viel anarchische Rocklust, mit denen Reykjavik! punkten. Macht Spaß, aber nur drei deutsche Touristinnen folgen der ausdrücklichen Aufforderung der Band, vor der Bühne abzurocken. Was sind wir doch spontan! 

Borko überrascht. Der bebrillte, rundliche Barde und seine Band wollen in dieser Nacht zeigen, dass in ihnen echte Kerle mit einer hörbaren Liebe zum Progressive Rock schlummern. Natürlich mit reichlich selbstironischer Attitüde und ausgedehnten elektronischen Spielkindereien. Besonders der Gitarrist gefällt sich mit kaum verstecktem Grinsen in markigen Heroenposen und spielt so auf, als ob er auf einen Streich alle Elfen des Landes ins Hinterzimmer treiben und dort einsperren wolle.  Hinweg mit Euch, ihr Stereoptypen von der ach so verhuscht-verträumten isländischen Musikszene! Was nicht heißt, dass Borko und seine Mannen hier nicht hochkonzentriert aufspielen – sie klingen live wie eine sehr viel rauhere Version ihrer selbst als auf »CELEBRATING LIFE«, das unser Album des Monats März 2008 war. Rocker, Elektroniker, Spaßvögel, Waldschrate, Klischeebrecher und Aufmüpfer – das alles sind Borko an diesem Abend. Das macht dann so viel Spaß, dass man gleich danach zu Indiemusik weitertanzen muss. Schlafen können wir im Winter.

26. Mai 2008

Musik auf der virtuellen Skandinavienmesse

Screenshot Skandinavienmesse

Was es nicht alles gibt: Nun muss man sich nicht mehr persönlich auf eine Messe begeben, sondern kann das virtuell am heimischen PC tun.

Am Anfang dachte ich an einen Scherz, als mir Thorsten Blum sein Projekt zeigte (das witzigerweise am 1. April an den Onlinestart ging), aber schon bald war ich von der Idee und der professionellen Umsetzung überzeugt. Unter www.skandinavienmesse.de findet man die erste virtuelle (und ganzjährig geöffnete!) Messe zum Thema Skandinavien.

Als Aussteller sind hauptsächlich Reiseveranstalter, Händler im Bereich Bauen und Wohnen, Design und Mode, Jobs, Wirtschaft und Finanzen vertreten. Aber auch die Musik ist repräsentiert, zum einen durch Christian Pliefkes kleines, aber feines Label »Nordic Notes «, zum anderen durch unseren Stand der Nordischen Musik.

Die Aussteller haben die Möglichkeit, ihren Stand in geringem Maß selbst zu gestalten: Man kann Zeitschriftenständer und Informationstafeln bestücken und positionieren, oder man kann zwischen verschiedenen Standeinrichtungen und Standbetreuern wählen. Die Animationen beim Wechsel der Hallen sind nett anzusehen, doch die Simulation des dreidimensionalen Raums hat am Stand selbst ein Ende.

Nichtsdestotrotz überzeugt die Grafik und das Konzept des Projekts, an dem auch Peter Marx (ehemals Nordis-Herausgeber und Veranstalter der »realen« Skandinavienmesse in Essen) beteiligt ist – und an dessen Quellcode mitzuarbeiten Polarpixel die Ehre hatte.

Man muss sehen, wie sich das Projekt langfristig entwickelt, da  sich die Zahl der Aussteller noch in Grenzen hält. Und natürlich kann eine virtuelle Messe niemals eine echte ersetzen, wo es ja vor allem gerade um persönliche Kontakte und ein individuelles Kennenlernen geht.

Doch es ist sicher sinnvoll, eine themenbezogene Präsentationsplattform zu schaffen, die sich in Optik und Feeling von all den anderen Portalen deutlich unterscheidet. Übrigens: Thorsten Blum hat bereits weitere virtuelle Messen eröffnet (oder arbeitet noch daran) – zu den Themen Aquaristik, Einrichtung, Garten, Reise, Sport, Pferde und Wellness …

25. Mai 2008

Eurovision Song Contest: Satz mit X …

…das war wohl nix. Den Exotenbonus Marke Lordi hatten Teräsbetoni nicht. Außerdem fehlten möglicherweise englische Texte, Horrormasken und vor allem: selbstausklappende Flügel. Die Finnen landeten gerade mal auf Platz 22, schlechter bewertet wurden nur noch Deutschland, Polen und Großbritannien.

Norwegen erreichte einen souveränen fünften Platz, musste sich nur Russland, Ukraine, Griechenland und  Armenien geschlagen geben.
Die restlichen Nordlichter dümpelten auf den hinteren Rängen vor sich hin: Dänemark (15), Island (14), Schweden (18). Mehr zum Finale findet ihr hier.

Hei Finnland, probier’s doch näxtes Jahr mal mit Stam1na, Bomfunk MCs — oder Eläkeläiset.

21. Mai 2008

Teräsbetoni sind dabei!

Teräsbetoni haben’s geschafft: Sie sind am 24. Mai beim Finale des Eurovision Song Contest in Belgrad dabei. Ebenso Norwegen, Griechenland, Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Russland, Israel, Aserbaidschan, Armenien und Polen.

Teräsbetonis Startnummer im Finale: 8, die von Norwegen: 25.

23.5. Kleiner Nachtrag:
Schweden und Dänemark haben’s ebenfalls geschafft, sie starten direkt hintereinander an 15./16. Stelle.

20. Mai 2008

Eurovision Song Contest: Erstes Halbfinale – mit Teräsbetoni

teräsbetoni

Mal abwarten wie sich die Nordlichter dieses Jahr beim Ex-Grand Prix (neudeutsch »Eurovision Song Contest«) schlagen. Heute abend zeigt das ndr-Fernsehen ab 21 Uhr das erste Semifinale des Eurovision Song Contest 2008 – mit dabei: Die Finnen Teräsbetoni.

Wie groß sind die Chancen, dass Teräsbetoni (=Stahlbeton) den Geniestreich ihrer Landsmänner Lordi wiederholen können?

Nicht so groß: Lordi hatten 2006 im Vorfeld bereits so viel Aufmerksamkeit erregt, wie kein anderer Teilnehmer zuvor. Die von den ewig gleichen Grand-Prix-Teilnehmern gelangweilten Zuschauer und die Metaller aller Länder vereinigten sich – und verhalfen Lordi zu einem unglaublichen 292-Punkte-Sieg. Selbst wenn Teräsbetoni gewinnen sollten, können sie eines nicht wiederholen: Lordi waren die ersten finnischen Gewinner in der Geschichte des Grand Prix/ESC.

Zunächst einmal müssen Teräsbetoni das heutige Halbfinale überstehen, um am 24. Mai in Belgrad an den Start zu gehen. Einen garantierten Platz haben der der Vorjahressieger Serbien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien; die weiteren 20 Finalisten werden in zwei Semifinalrunden (mit je 19 Teilnehmern) ermittelt.

Teräsbetonis Konkurrenten am heutigen Abend (in der Startreihenfolge):

teräsbetoniMontenegro, Israel, Estland, Moldau, der Debütant San Marino, Belgien, Aserbaidschan (ebenfalls zum ersten Mal dabei), Slowenien, Norwegen, Polen, Irland, Andorra, Bosnien-Herzegowina, Armenien, Niederlande, Rumänien, Russland und Griechenland.

Die Zuschauer in Deutschland können im Ersten Halbfinale per Televoting und SMS mitbestimmen, welche zehn Länder sich für das Finale am Sonnabend qualifizieren. Die Telefonnummern werden während der Sendung bekannt gegeben.

Und hier die »nordischen« Kandidaten des heutigen Abends im Detail:

Startplatz 9: Norwegen – Maria Haukaas Storeng mit »Hold On Be Strong«
Startplatz 6: Finnland – Teräsbetoni mit »Missä Miehet Ratsastaac

Das zweite Halbfinale

Das zweite Semifinale am 22. Mai eröffnet Island, gefolgt von Schweden und Dänemark.

Startplatz 1: Island – Euroband mit »This Is My Life«
Startplatz 2: Schweden – Charlotte Perrelli mit »Hero«
Startplatz 13: Dänemark – Simon Mathew mit »All Night Long«

 
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