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Foto nordische Landschaft

23. August 2015

Summer Breeze 2015, Samstag: Summer Piss

Heute werden wir nicht um sechs Uhr von unseren überaus nervigen Nachbarn geweckt, sondern gnädigerweise erst kurz nach sieben. Anscheinend zeigen drei Tage feiern Wirkung.

Nach Kaffee und Frühstück (Brezel) gibt’s Serum 114 auf der Main Stage zu bestaunen. Na ja, zu staunen gibt es eigentlich nicht viel. Beim dritten Song surft der Sänger samt Gitarre auf den Händen des Publikums. Die Musik ist unspannend und nicht unsere. Zurück ans Zelt. Majesty können wir von unserem Platz aus hören. Es ist, als stünde man direkt vor der Bühne. Unfassbar, dass wir sie aus so weiter Entfernung immer noch perfekt mitanhören müssen.

Danach erleben drei Viertel von uns Old School Thrash vom Feinsten: Suicidal Angels aus Griechenland spielen. Nicht gerade innovativ aber immerhin ein volles Brett.

Suicidal Angels (GR)

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22. August 2015

Donnerstag: Summer Heat statt Summer Breeze – Freitag: Gewitter vs. Summer Breeze 1:0

Es blitzt und donnert,
die Welt geht unter,
doch das Bier bleibt warm,
der Metaller munter.

Donnerstagmorgen holen uns unsere Freunde ab. Schon jetzt hat es 30°C. Zumindest dauert die Fahrt zum Summer Breeze in Dinkelsbühl nicht lange. Nur knapp zwei Stunden später suchen wir uns auf dem V.I.P.-Camping einen Zeltplatz. Schließlich stehen die Zelte, das Auto scheint sicher geparkt zu sein – und das erste Bier ist zum Glück noch kalt. (AdR: Das zweite, dritte, … übrigens auch)

Aus der Ferne lauschen wir Corvus Corax und Tankard. Wir begeben uns auf den Weg zu den Bühnen als Die Apokalyptischen Reiter gerade beginnen. Freunde, die schon Mittwoch anreisten, warten bereits auf uns. Doch zunächst finden wir sie in der Menge nicht, schon jetzt ist wahnsinnig viel los. Auch am Bierstand kein Glück: langsamer und unproduktiver als diese Typen arbeiten nur Beamte. Nach 15 oder 20 Minuten gebe ich genervt auf. Also kein Bier – fürs Erste. Unsere Freunde finden uns im Getümmel. Herzliche Begrüßung, da wir manch einen schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen haben. Destruction legen los, aber wirklich interessant sind sie für uns nicht. Auf dem Weg zum Pavillon unserer Freunde hören wir auf der Camel Stage noch bei Nachtgeschrei rein.

Nach einigen Bieren auf dem Campinggelände gehe ich mit meinem Bruder zu Dornenreich vor die T-Stage. Mir gefallen die Österreicher, auch das Zelt ist gut besucht, während sich der Rest Sodom anschaut. Beim Versuch zwei Biere zu kaufen, ertappe ich mich dabei nicht mehr rechnen zu können: Ich will neun Euro bezahlen, aber der Verkäufer beharrt darauf elf Euro zu bekommen. Leider hat er Recht und nicht ich.

Destruction (D)

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09. August 2015

Vor Euch weglaufen? Niemals, Chinah!

Liebe Promoleute, die ihr die »armen« Musikblogger ständig mit in Superlativen schwelgenden Mails von »aufregenden jungen Bands« beglückt: Ich verrate Euch hier ein gut gehütetes Geheimnis! Nein, wir Bloggerinnen und Blogger wollen nicht wiederkäuen und nachplappern, was Ihr uns vorschlagt. Nein, nein, nein! Sehr viel lieber gehen wir selbst auf Entdeckungsreise. Heben unsere eigenen Schätze! Und auf die Empfehlungen von Musikern geben wir sehr viel mehr als auf um Aufmerksamkeit heischendes Werbegetrommel. Und an diesem heißen Sonntag, an dem sich auf dem Flohmarkt ein hübsches grünes Röckchen fand und das salzige Erdnuss-Eis besonders lecker schmeckte, da stolperte ich via dem famosen Sekuoia auf die dänischen Elektropopsters Chinah. Sängerin Fine Glindvad, Gitarrist Simon Kjær und der Pianist und E-Wizzard Simon Andersson balancieren mit wunderbarer Zurückhaltung zwischen Ambient, dezentem R´n`B, elektronischen Spielkram und, hüstel, folkiger Ballade. Letzteres zumindest im Geiste!

»Im thinking about your childhood gift«, flüstert Fine Glindvand mehr, als dass sie singt. Es geht hier um Geschenke aus der Kindheit und um die Dinge, die uns trotz aller Differenzen einen. Keine Angst, allzu betulich geht es bei den Dänen aus dem Kopenhagener Szene-Stadtteil Nørrebro nicht zu. Verspielte Synthie-Schlenker leisten sie sich im auf elegante Innerlichkeit setzenden Track »Away From Me« allemal. Der auf eine unterkühle Art emotional üppig wirkt! Viel Material haben die Drei noch nicht vorzulegen, aber allein dieser Track schleicht sich auf sanften Pfoten mitten ins Herz. Weil er so schön grenzwert-sehnsüchtig ist!

01. August 2015

Uaahaa, Späthippies! The Switch

Hach, hippieske Harmoniegesänge! Warum die späten 60er und frühen 70er heute wieder so absolut hip sind? An der Sehnsucht nach einer vorgeblich heilen Welt kann es nicht liegen! Unbestritten ist, dass uns diese großäugige Faszination mit psychedelischen Gegenwelten heute fast schon naiv vorkommt! The Switch aus Oslo lassen die Farfisa-Orgel dekorativ wummern und haben keinerlei Berührungsängste vor plüschigen Paisleymuster-Sounds. Gut so! Sie trauen sich sogar an Gitarrensoli, was heutzutage der gerade Weg zur Peinlichkeit ist. Das hält die Fünf doch nicht auf! Tagträumer sind sie, aber keine harmlosen. Wer sein zweites Album »B IS FOR THE BEAST« nennt, der ist kein verschmustes Blumenkind! Und wenn eine Band ihren Stil als »harmony- and solo-heavy 70’s inspired pop/rock« bezeichnet, dann gehen meine Ohren doch weit auf! Richtig so, macht bloß ein bisschen Rabatz! Immer nur nett sein ist doch superlangweilig!

Seit fünf Jahren werkelt die kleine Großgruppe bereits vor sich hin und hat sich in der norwegischen Hauptstadt einen gewissen Ruf als mitreißende Live-Band erarbeitet. Was man gerne glauben will, wenn man ausführlich in die Soundcloud-Seite von The Switch hereinhört. Da ist eine ansteckende Energie zu spüren. Und eine unbestrittene Euphorie! Lassen wir die Geister der Beach Boys und des Electric Light Orchestra in Frieden weiterwandern. Die große, operettenhafte Geste, die können diese Jungspunde ins Hier und Jetzt bringen. Uuhuu und Uaahaa! Das klingt doch superlebendig!

09. Juli 2015

Hel(l) aktuell XX: Tuska 2015, Sonntag: Bombastisches Finale


Nach Freitag und Samstag habe ich zum ersten Mal keine Todesängste auf der Busfahrt ausgestanden; ein Wunder, sonst rasen hier alle Busfahrer wie verrückt. Zwei Wegbiere müssen heute reichen, um uns auf das Tuska einzustimmen. Von Warmen sehen und hören wir nur noch die letzten beiden Songs. Zum finalen Stück gibt der COB-Sänger Alexi Laiho seine Stimme zum Schlechtesten. So schlecht haben wir ihn noch nie singen hören … aber gut, der Menge vor der Inferno Stage gefällt das Schauspiel.

Anschließend trumpfen Mokoma auf der Radio Rock Stage auf. Mächtig Druck vom Schlagzeug und kreischende Gitarren, die alten Thrasher geben alles. Eine riesige Meute findet sich vor der Bühne ein, in ihrer Mitte der Circle-Pit. Leider ist ihr Auftritt viel zu schnell vorbei.

Mokoma (FIN)


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