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Foto nordische Landschaft

02. November 2006

Nicht nur Lachs und Würstchen

Lachs und Würstchen

Fühlt man sich nicht irgendwie »wichtig«, wenn man folgende Einladungskarte erhält?

EINLADUNG

Zur Eröffnung der Ausstellung und zur Verleihung des Willy-Brandt-Preises 2006 durch die Außenminister beider Länder laden wir Sie mit Begleitung herzlich ein.

Es sprechen:

  • Jonas Gahr Støre
    Minister für Auswärtige Angelegenheiten des Königreichs Norwegen
  • Dr. Frank-Walter Steinmeier
    Bundesminister des Auswärtigen
  • Franz Thönnes, MdB
    Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Vorsitzender der Norwegisch-Deutschen Willy-Brandt-Stiftung
  • Prof. Dr. Peter Brandt
    Direktor des Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften und Leiter des Lehrgebiets Neuere deutsche und europäische Geschichte am Historischen Institut der FernUniversität Hagen

Auch Sponsoren-Logos von wichtigen Firmen und Institutionen, die die beiden Länder halt so zu bieten haben, prangen zuhauf auf der Einladungskarte.

Sponsoren-OverkillUnd ein leuchtend gelber Aufkleber »Bitte planen Sie genügend Zeit für die Sicherheitskontrollen ein« erinnert daran, dass man nicht weit entfernt von Politikern stehen wird, die glauben, sich besser schützen zu müssen als Diktatoren in Bananenrepubliken.

Tut mir leid: Eigentlich wollte ich ja gar nicht ironisch werden oder gar scherzhaft darüber spekulieren, ob sich eine Fahrt nach Berlin lohnt angesichts des zu erwartenden Buffets bei dieser Veranstaltung. Das ergab sich jetzt nur so.

Eigentlich wollte ich vielmehr auf die Wander-Ausstellung »Nicht nur Lachs und Würstchen – Hundert Jahre deutsch-norwegische Begegnungen « selbst hinweisen, die nach einigen Monaten in Norwegen nun auch nach Deutschland kommt. Sie gastiert zunächst in Berlin im Museum für Kommunikation vom 11.11.2006 (!) bis 28.1.2007 in Berlin.

Und sie hat ein exquisiten Ausstellungskatalog. Dies schreibe ich bei Gott nicht deshalb, weil ich selbst einen Beitrag über die norwegische Jazzszene beigesteuert habe.

Sondern weil ich allein durch diesen Umstand in den Besitz des fast 350seitigen, bunt bebilderten Ausstellungskatalogs gekommen bin und weil das Querlesen in den verschiedenen Aspekten norwegisch-deutscher Gemeinsamkeiten höchst interessant ist.

Womit ich hiermit den Besuch der Ausstellung und den Erwerb des Katalogs ausdrücklich empfehle …

13. Oktober 2006

Winterstille: Jóhann Jóhannsson

 »Und alsbald erheben sich wieder samtige Klanglandschaften voller schmelzender Pling-Plings und perlig-gehallter Klaviersentenzen, dass man nicht länger wissen muss, wie man solche Musik zum Kuckuck denn nun nennt. Vielleicht einfach – schöne Musik.« Das sagt der werte Kollege Frank Keil über das letztjährige Album von Jóhann Jóhannsson aus Island. Und das Gefühl ist wieder da! Bei seiner neuen Single »The Sun´s Gone Dim And The Sky´s Turned Black«, die so welterhellend, feingeistig und erhaben daherkommt, wie noch nichts in diesem Jahr. Mit Streicherelegien, himmlisch durchwobenem Hin- und Her und einem ergreifenden Finale. Fantastisch – nur mit 5:40 Minuten viel zu kurz!

Sich in Geduld üben fällt aber nicht schwer. Im November kommt bereits das Album “IBM 1401, A User´s Manual“. Ein auf einem Motiv aufgebaut Album, das einer der ersten Großrechner Islands in den 60er Jahren programmiert und testweise aufgezeichnet hat. Die Tapes überdauerten die Jahre im Privatarchiv von Jóhanns Vater, der als leitender Techniker dort aktiv war. Umgeschrieben für ein Streicher-Sextett mit neukomponiertem Überbau wird der umtriebige Musiker (auch tätig für das Apparat Organ Quartet), Komponist, Produzent und Labelgründer an alte Stärken anknüpfen. Ein Klangästhet, der die seltene Gabe hat, Musik zu kreieren, die Diesseits und Jenseits kongenial verbindet.

11. Oktober 2006

Frauen und Katzen an die Macht!

 Die Gleichstellungsbeauftragte vom polarblog hat gesagt, ich soll mehr über Frauen in der Musikszene schreiben. Frauen! Dabei ist das Wort »Frauenmusik« schon schrecklich. Wir reden ja auch nicht über »Männermusik«. Was allerdings daran liegt, dass man besonders Randgruppen im Allgemeinen eher zu klassifizieren sucht, als die große Menge. Und Frauen in der Popmusik sind nun einmal hoffnungslos unterlegen. Gut also, dass jetzt ein Sampler dagegen Stimmung macht. Auf den ersten Blick scheint der Sampler uns sagen zu wollen: Frauen, das sind die Quasimodos der Musik, haben eine große Klappe und setzen gern mal ´nen Horn auf. Das wäre aber überinterpretiert. Eigentlich will der Sampler uns nur sagen: Frauen gibt es auch. Und sie machen sogar Musik!

»Girl Monster Vol.1« unterstreicht das gleich mal mit einundsechzig Tracks und zeitungsformatigem Booklet, als wolle man es den männlichen Dominatoren mal so richtig eins auswischen. Aber neben ein bisschen Angeberei (61 Songs!) schwingt natürlich auch eine Dinoportion Stolz mit. Zu Recht, denn Bescheidenheit wäre auch hier gar nicht angebracht. Mit feministischem Ehrgeiz wurde die Musikgeschichte mal hinterrücks aus Frauensicht aufgeschrieben. Angefangen irgendwo in den 80ern, wo Frauen erstmals in der Popgeschichte unübersehbar die Bühnen der Welt bevölkerten, über Anleihen der Riot Grrrl-Punkszene, bis hin zu avantgardistischen Sounds mit neuem Selbstverständnis der Gegenwart. 3CDs prallvoll mit ziemlich hysterischen, rabaukigen und oftmals elektronischem Musikmaterial. Was die Ambtionen dieses Projekts beweist: Die meisten Produktionen sind exklusiv auf diesem Sampler vertreten und wurden eigens an den langen Haaren frisch aus dem Untergrund ans Tageslicht befördert. Dabei siegt ganz klar die Individualität und das Aufbegehren gegenüber der geschminkten Sexiness. Was sich natürlich am besten durch exzessives Namedropping belegen lässt. Neben heldischen Größen wie Peaches, Björk (womit der Skandi-Bezug mal wieder geschmeidig gelungen wäre), Le Tigre, Siouxsie Sioux, Chicks On Speed oder Kevin Blechdom, gibt es natürlich auch feingesponnenes Küchenmaterial aus der umfangreichen zeitgenössischen Szene. Der Lolita-Elektropop von Cat5 aus Schweden kommt als einzig erträgliche Eurodisco-Variante daher und Gustav aus Österreich ist nicht nur aktiv gegen Walfang, sondern auch auf emphatischen Poppfaden unterwegs. Diese Frauen scheißen ausdrücklich auf Hausarbeit und Häkelkurs. Bestimmt. Und das darf sogar Männern gefallen.

05. Oktober 2006

Perfekte Inszenierung: Skandale im Musikbusiness

 Skandal! Wenn Paris Hilton sich in ihrem neuen Video als Scharfmacher eines pubertierenden Jungen inszeniert. Skandal! Wenn die grenzdebile Ghettobraut Liza Li in ihrem neuen Video ihren Ex ermorden möchte und Wörter wie »Schwanz« und »Schlampe« wie eine Monstranz ihrer achso bösen Gossenmentalität vor sich her trägt. Der Aufschrei der amerikanischen Sittenwächter, der die publicityträchtigen Auftritte der blonden Hotelerbin wie ein Echo begleiten, amüsiert wie immer die europäischen Konsumenten, die nicht im Ansatz auf die Idee kommen würden, die nur angedeuteten Mädelsphantasien eines Jungen als Verrohungselement und Bestätigung des allgegenwärtigen Sittenverfalls an zusehen. Vielmehr würde man wohl gelangweilt einfach das Programm wechseln. Aber auch deutsche Zeitungen zeigen sich befremdet und erbost: Liza Li – ein Antibeispiel für die Jugend? Sind wir moralisch inzwischen untherapierbar verwurmt und das Musikbusiness frei von allen positiven Wertvorstellungen?

Alles halb so schlimm. Die bewusste Provokation gehört seit jeher zu den wichtigsten Stilmitteln des künstlerischen Ausdrucks. Wo Irritationen auftreten, wo die Konfrontation mit den eigenen Werten und Schamesgrenzen zur Selbstreflexion anregt, wo Grenzen in moralischer, sexueller oder gewaltbehafteter Dimension übertreten werden, wird die Kunst vorangetrieben. So ist zumindest das Selbstverständnis vieler Künstler zu erklären, die Skandale mit wertigen Inhalten verknüpfen. Und selbstredend ist provokante Agitation ein Ausdruck der Gesellschaft, der mit der Entwicklung Schritt hält und so langsam seinen Wirkungskreis reduziert. Wo alles erlaubt ist, wird es immer schwieriger, Tabus aufzustöbern und zu ge- und missbrauchen. Wo es in den 60ern alleine das Wort »Sex« war, ist es nun eher der Faktor »Gewalt«, der uns aufschrecken lässt – in konträrer Positionierung zu den USA, wo doppelbödige Prüderie anscheinend noch weiter verbreitet ist als hier in Europa. Aber auch hier verschieben sich die Grenzen. Wo die Zensur noch vor ein paar Jahren medienwirksam eingegriffen hätte, sind Worte wie »Schwanz«, »Schlampe« und »Drecksau« inzwischen durchaus übliches und anerkanntes Jugendrepertoire und somit kaum Aufregung und Beanstandung wert. Ob sie verkaufsfördernd sind, sei auch ausdrücklich an dieser Stelle dahingestellt.

Dennoch darf und muss nach den Gründen der Provokation gefragt werden, die gerade in der Musikbranche nicht den hehren Zielen des wahren künstlerischen Anspruchs genügt. Ist die skandalbehaftete Provokation nur Selbstzweck, nur PR-Gag oder steckt mehr dahinter? Eine Antwort kann nicht immer in zufriedenstellendem Maße gegeben werden. Dennoch: Aufmerksamkeit erheischen, nicht übersehen und überhört werden, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen – das sind wohl die plattesten Gründe für inszenierte Skandale, die zudem jeglichen Anspruch an wahre Kunst in ihrer gesellschaftlichen Funktion verleugnen. Bei den Kollegen von rap.de und bildblog.de stand vor wenigen Wochen Lady »Bitch« Ray in der Diskussion, die mit ihren befremdlichen Wortkriegen, sexuell aufgeladenen Neologismen und der bloßen Aneinanderreihung von Pornohandlungen (»Hengzt Arzt Orgi«) die ironische Aufladung anvisiert, aber aufgrund der bodenlosen Platth eit leider um Meilen verfehlt. Harter Analverkehr zur Steigerung der Gesangsqualitäten, fragte ein Musikforum? Oder das neue sexuelle Selbstverständnis der Frauen, die Eva Hermans neues Werk wohl eher nicht gekauft haben? Was die ehemalige Radio Bremen-Moderatorin zu dieser billigen, durchsichtigen und vor allem nicht jugendfreien Fäkal-Kampagne zu Steigerung des eigenen Bekanntheitgradsgetrieben haben mag, ist eigentlich irrelevant. Aber es zeigt, dass der geplante Bruch mit den gesellschaftlichen Konventionen immer funktionieren wird und zudem bilderbuchhaft, wie man alle weiteren Dimensionen des künstlerischen Anspruchs umschifft. Über Reimführung, Beats und musikalisches Geschick braucht man nämlich an dieser Stelle erst gar nicht nachgedacht werden. Wahre Provokation zu üben, die nicht als übermäßig inszeniert gilt und trotzdem eindringlich, tiefgründig ist, findet weiterhin wohl nur in der Avantgardekunst statt.

Zur Insistierung des eigenen Images sind es vor allem HipHopper, die mit offensiven Worten agieren und die Härte der Straße in ihre Texte herüberretten wollen. Die Grenze zwischen Realness, tatsächlichem Straßenslang und der aufgesetzten Provokation ist dabei fließend. Auf political correctness wird nur zu gern gepfiffen. Die Macho-Phantasie des »Arschficksongs« des Berliner Aggro-Rappers Sido wurde allerdings von der Bundesprüfstelle für jugendgefärdende Medien trotz explizitem Inhalt nicht indiziert – lediglich das Video erhielt eine Fre igabe ab 16 Jahren. Ein Indiz dafür, dass die Überschreitung von Geschmacksgrenzen, die ja auch immer gesellschaftlich geprägt sind und gesellschaftlichem Wandel unterliegen, Einzug in den Alltag gehalten hat. Wenn selbst drastische Frauenverachtung bis hin zu latenten Vergewaltigungsphantasien in unserer Zeit als »normal« und »unbedenklich« von den Prüfstellen angesehen werden, sind Skandale dann nicht nur massenmediale Zeugen von ökonomischen Strukturen? In Wahrheit würden viele den Skandalen nämlich Diskussionsunwürdigkeit attestieren. Erst der erbost gehobene, immer eher konservative Zeigefinger von Zeitung, Radio und Fernsehen macht aus einer Banalität einen Skandal. Jedoch greif auch hier das bekannte Schwarz/Weiß-Schema nicht immer. Klar entpuppen sichdie meisten Skandale als unhaltbare Luftblase, aber gerade der Text von Sido und seiner Einschätzung durch die Bundesprüfstelle ist ein gutes Beispiel für einen möglichen kritischen Dialog, der durchaus seine Berechtigung hätte. 

Aber in der musikalischen Szene und besonders, wenn es sich um den Output großer Labels handelt, scheint der kalkulierte »Verbotenes-Wort«-Skandal, auf den die angeschlossenen Medien wieder werbewirksam hinweisen, weiterhin ein beliebtes Marketinginstrument zu sein. Und er wird es bleiben, so lange Industrie und Medien daraus Kapital schöpfen kö nnen. Das Label Epic versucht derzeit mit der Dänin Anna David erfolgreich zu sein. »Fick Dich« ist eine harmlose und eingedeutschte Beziehungsabrechnungshymne (das Original »Fuck Dig« war in Dänemark ein ausgesprochener Hit), die nur Schärfe durch die beiden auf dem Maxi-Cover zur Schau gestellten Worte gewinnt.  Aber Re
levanz?

Trotzdem scheint die natürlich-menschliche Faszination an »Verbotenem« ungebrochen – und sei es noch so offensichtlich. Vielleicht braucht unsere Kultur einfach »Skandale light«, vielleicht brauchen wir banale Streitthemen? Wie viel aber davon erträglich ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Lady »Bitch« Ray verzeichnet weiterhin auf ihrer Homepage Rekordklickzahlen für ihre dreckigen Dreiminüter und gibt sich weiter willig der eigenen Lächerlichkeit preis. Und Anna David klettert derweil die Airplaycharts-Treppchen Platz für Platz nach oben.

08. September 2006

Zweieinhalb Herzen für Popmusik – der Labrador-Labelreport

 Sie klingen wie deine Katze. Das behaupten zumindest Hanky & Panky. In Wahrheit klingen sie aber wie deine Katze, die gerade deinen kompletten Vorrat an halluzinogenen Droge n mit ihren Brekkies verwechselt hat. Johan Angergård musste schmunzeln, als er die Demo-CD aus seinem überfüllten Postfach geholt und sie im Player des kleinen Stockholmer Büros hat rotieren lassen. Und da Johan nicht nur ein Agent der Geschmackssicherheit ist, sondern auch ein Sloganizer vor dem Herrn, bekam das schreckhafte Artpop-Trio fortan das Prädikat »Twee-Pop Children On Acid« verpasst. Und ihr Song »Ha Ha Ha Ha!« landete prompt auf einer kunterbunten Kollektion schwedischer Newcomer.

Herausgegeben hat diese Compilation ein kleines Label, das sich in den letzten Jahren aufgrund seiner umsichtigen Veröffentlichungspolitik in Schweden, aber gerade auch hier in Deutschland einen Namen in der stetig anwachsenden Kleinstgemeinde der Schwedenpop-Abhängigen gemacht hat. Labrador gilt als ein unscheinbares, aber umso leidenschaftlicheres Label, was von der eigenen Begeisterungsfähigkeit für sympathische Bands und Musiker getragen wird. »Es muss halt passen«, wie Johan erzählt, der mit weiteren 1 ½ Mannen von Demo-Testsessions, über Bandbetreuung und Veröffentlichungsplanung alles selbst koordiniert.

26 Bands  befinden sich derzeit unter seinen Fittichen. Viele fristen ein karges Dasein, unbeachtet von der großen popkulturellen Öffentlichkeit. Es fehlt dann eben doch an finanzbringenden Zugpferden, die es erlauben würden, die Ausgaben für Promotion und Vermarktung in konkurrenzfähige Höhen zu schrauben. So lebt das kleine Label viel mehr von seinem Ruf, als von klingelnden Konten und wohlgelaunten Kassenwarten. In Schweden sichern die putzigen und immer gutgelaunten Suburban Kids With Biblical Names und die Shoegazer erprobten Radio Dept. das Auskommen. International zählen zudem noch die Legends, Club 8 und Acid House Kings zu den Topsellern des Labels. Grundsätzlich müssen Bands jedoch einige Kriterien erfüllen, um die Chance auf Wohlgefallen der Labelbesitzer zu erhalten: »Wir veröffentlichen nur Musik, die wir selbst lieben und die aus Schweden stammt. Momentan haben wir keine weiteren Bands im Blick, die wir gerne signen würden. Na gut, bei Morrissey oder den Television Personalities würden wir eine Ausnahme machen«. Und wenn man sich die Bands anschaut, dann stehen die Stockholmer vor allem auf eines: Popmusik. Mal schwungvoll wie bei Aerospace, mal etwas auf folkloristischerem Grund stehend wie Edson. Melodiejunkies wie The Legends hatten da natürlich leichtes Spiel, vielleicht auch, weil deren retrofarbiger Anstrich vor wenigen Jahren auch so gut da s verkörperte, was trendy und angesagt war. Generell ist Anpassung aber eher ein Randthema, es dominieren auf Labrador zeitlosere Klänge. Unscheinbar wandelt der halbe Labelroster barfüßig durch die schwedische Heimat und saugt für zartbesaitete Songs den Charme und die Liebeswürdigkeit auf, die an anderer Stelle ihren Ausdruck auch noch in der schwedischen Sprache findet. Kurzum: Es finden sich auf Labrador eine Vielzahl hübscher Nebensächlichkeiten, Must Haves für den Schweden-Fan und Gelegenheiten für die noch Unwissenden.

Und weil jedes Album bis zum Hals in Liebe ertränkt wurde, möchte Johan auch gar nicht preisgeben,  welches der kommenden Alben (The Legends, Irene, [ingenting] und Loveninjas) sein persönlicher Favorit ist: »Alle Alben haben bei uns die gleiche Priorität – wir würden niemals etwas herausbringen, was wir nicht mit all unserer Kraft unterstützen würden. So gut es eben mit unserem bescheidenen Budget als kleines Label geht.«

Ein Tipp zum Schluss: Auf der Webpräsenz des Labels findet man viele Informationen zu den einzelnen Banddiskographien und an dieser Stelle einige Klangbeispiele zum kostenlosen Download, die aber oftmals die besten Titel der jeweiligen Alben nicht mit einschließen. Die Entdeckungsreise sollte also im Plattenladen ihre Fortsetzung finden.

 
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