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Foto nordische Landschaft

15. Mai 2006

Der Papst auf den Färöer Inseln

Nach noch unbestätigten Berichten wird in wenigen Tagen der Papst former known as the Der Heilige Vater die Färöer Inseln besuchen und dort jeden Einwohner und jedes Schaf und jeden Stein selig sprechen. Der Grund für dieses einmalige Unternehmen: Während weltweit der Film “Sakrileg” nach dem Roman eines gewissen Dan Brown anläuft, werden die beiden Kinos auf den Schafsinseln auf die Vorführung dieses Streifens verzichten.  Kinobesitzer Eli Jacobsen ließ verlauten, dass schon die Vorstellung, Jesus habe selbst ein Kind gezeugt und damit … nun ja … hüstel, schluck … sei selbst Vater geworden, ausreiche, um eine Vorführung des Filmes wie auch das leise oder laute Lesen des Buches zu unterbinden.

Papst Benedikt werde daher … oh! … Achtung … Hoppla! … die Leutchen sind doch dort alle fleißig und strengstens evangelisch! Schade … wird also nix werden mit der Seligsprechung.

Und es bleibt nur ein lauter Ruf quer über das Nordmeer: VÄTER ALLER LÄNDER VEREINGT EUCH! Aber … ähm … das war doch jetzt wieder jemand anderes, oder?

14. Mai 2006

Mari Boine auf der Folkbaltica

Mari BoineDas Maketing ist ein eigenartiges Geschäft. In Norwegen steht Mari Boines neue CD (Universal) seit 24. April in den CD-Regalen und stieg sogar bereits in die Charts auf. Und in Deutschland? Da stellte man fest, dass man einige Wochen Vorlauf benötigt, um CD-Veröffentlichung und Medienberichte zu synchronisieren (als ob das ein Geheimnis gewesen wäre!) und dass man, wenn man die ganze Promo-Maschinerie jetzt starten würde, in die Fußball-WM hineinkäme. Ja und? Ich dachte immer noch, CD-Rezensionen fänden im Kulturteil und Fußball im Sportteil der Medien statt. Wie gesagt: Das Marketing ist ein eigenartiges Geschäft …

Mari Boine live auf der FolkbalticaDoch zum Wesentlichen: Ich wollte nicht warten bis zum deutschen Erscheinungstermin des Mari Boine-Albums »IDJAGIEDAS« am 25. August (wer die CD früher hören will, kann sie über die üblichen skandinavischen CD-Shops wie CD On bestellen) und offiziellen Promotermin am 8. Juni in Berlin, wo alle Journalistengespräche an einem Tag gebündelt werden. Ich ließ mir von Uwe Kerkau, meinem »Lieblings-Promoter«, die CD schicken, akkreditierte mich für die Folkbaltica und arrangierte über Konzert-Veranstalter Jens-Peter Müller sowie Mari Boines deutschen Manager Donald Weimer einen Gesprächstermin, so dass ich wohl der derste deutsche Journalist war, der die samische Sängerin zu ihrem neuen Album interviewte.

Der Zeitplan war knapp: Mari Boine reiste direkt aus Norwegen an; im Auto von Hamburg nach Flensburg kommend traf sie erst gegen halb sechs ein. Das Interview musste flexibel arrangiert werden – als ich um halb fünf ihre neue Band beim Aufbau traf, die sich nun »Mari Boine Project« nennt, wurde klar, dass das Gespräch erst nach dem Konzert stattfinden konnte. Nicht weiter tragisch: So hatte ich Gelegenheit, Maria Kalaniemi noch persönlich zu sprechen, nachdem wir unser Interview vor einigen Monaten nur per Telefon geführt hatten.

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13. Mai 2006

The Rasmus

Oh weh. Der Untergang des Abendlandes naht. Jetzt haben doch tatsächlich die Jammerbuben von The Rasmus 2004 mit ihrem wehleidigen und penetranten "In The Shadows" international mehr Tantiemen einsammeln können als Altmeister Jean Sibelius mit seinem Violinkonzert oder der Zweiten Sinfonie. Sibelius hatte bei den Tantiemen bisher immer die Nase vorn gehabt, schreibt die Finnish Composers' Copyright Society – und mutmaßt, dass HIM 2005 der gleiche Coup gelingen könnte. Schlimmer geht immer!

12. Mai 2006

Oh, David …!!!

Eigentlich hab ich die Debüt-CD von David Fridlund gar nicht so oft gehört, auch wenn ich überall in der Welt herumposaune, dass es die CD des Jahres werden kann. Doch als ich plötzlich bei David im Konzert stand, kannte ich sie in- und auswendig! Muss also wirklich etwas dran sein, Kinnings!

Und was das für ein Konzert war! 15, vielleicht 20 Leute hatten in der rumpelig-schnuckligen Prinzenbar Platz genommen, aber David und seine wunderbaren Musiker traten auf die Bühne, als seien mindestens hundertmal so viele Gäste anwesend. Ach, war das hübsch. Ganz dicht und engagiert spielten die vier ihre Songs, probten einiges neues und was mir besonders in Erinnerung bleiben wird, was für Pranken David hat, wenn er sein Klavier bearbeitet, dabei hat er ganz zarte Hände …

Eigentlich wollte ich vorher noch ein Interview mit ihm machen, allein an diesem Tag brach sich unser Kind den Arm und ich konnte einen tiefen und zeitintensiven Einblick in unser Gesundheitssystem haben, aber das wäre jetzt eine andere Geschichte …

11. Mai 2006

Hitsen Från Blitzen – der wahre Schwedenpop

 Wie die kleingeholzten Wälder, die palettenweise und äußerst platzsparend gestapelt in den blaugelben Wellblechbunkern neben den urschwedischen 1-Euro-Hotdogs weltweit feilgeboten werden: Schwedische Musik ist immer Exportprodukt. Schweden singen Englisch, weil unterm Strich bei allen Elchsalami-Essern, Nordkap-Anglern und Schwarzbrennern gerade einmal so die läppische (samt lappische) neun Millionen Marke geknackt wird. Und auch weil selbst bei relativem Erfolg, großausgedehnten Touren durch sämtliche Provinzen die durchschnittlichen Verkäufe und Toureinnahmen nicht reichen, um die wackelbeinige Existenz des Musikerdaseins ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Das Ausland lockt derweil mit Sympathiekärtchen für Schwedenpop – da liegt die Versuchung nicht fern, mit englischen Texten die Geldbörsen aus den Hintertaschen zu locken. Schweden auf Eroberungskurs!

Doch es gibt sie, die Bands, deren kauzige Erstsprache mit den vielen verschluckten Endungen einfach Bestandteil ihres Klangguts ist. Schweden singen Schwedisch! Allerdings versteckt der wahre Schwedenpop sich ein bisschen und ist hoffnungslos in der Unterzahl. Gerade einmal die männliche Hälfte von Roxette, Per Gessle, mit seiner reanimierten Band Gyllene Tider schafft es, mit dem ewigen Sommerhit »Sommartider« und Alben wie »Moderna Tider« die Kassen zum klingeln und die Stadien zum Mitgröhlen zu bewegen. 25 Jahre dauern die Goldenen Zeiten schon an und die Band dürfte inzwischen schon kurz vor der »Goldenen Nase« stehen.

Aber in einem Land, wo 300 staatliche Musikschulen zur Folge haben, dass fast jeder Zweite ein Instrument beherrscht und das öffentliche Interesse an Musik ist nicht wie in Deutschland nur Randthema ist, sondern wirtschaftliche Interessen mit einem ausgeprägten kulturellen Empfinden verbindet, gibt es mehr zu entdecken!

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