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Foto nordische Landschaft

02. Dezember 2011

Kvelertak: Haben auch das Karlsruher Substage fest im (Würge)griff


Tatort: Das NEUE Substage, Karlsruhe
Tatverdächtige: Kvelertak auf der ersten Headliner-Tour
Tatzeit: Stuttgart mal zwei
Tat-Zeugen: … endlich Langhaarige

Endlich haben Kvelertak ihre erste Headliner-Tour: Am 30. November 2011 legen sie einen Tourstopp im Karlsruher Substage ein. Endlich Schluss mit halbstündigen Auftritten, eingequetscht zwischen Metalcore/Hardcore/XYCore (Crapcore?)-Bands wie in Stuttgart.

Die Veranstalter nennen ihre Musik »Turbonegro goes Hardcore/Metal-Sound«, ich nenne es »frühe Satyricon treffen Hellacopters«. Entscheidet selbst – aber egal wofür, eins steht fest: Live sind Kvelertak eine Urgewalt.

Im Vorprogramm haben sie ihre Landsmänner Wolves Like Us (Rock), The Secret aus Italien (kurzfristiger Ersatz für Trap Them) und Toxic Holocaust aus den USA (Thrash Metal). Ich komme gerade rechtzeitig zu Letzteren, die soliden, aber unspektakulären Thrash spielen – mit so »kreativen« Titeln wie »War Is Hell«.

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01. Dezember 2011

Auf eine blaue Stunde mit Immanu El

Blau ist die Farbe der Romantik. Das wissen Immanu El ganz genau. Die Bühne im Offenbacher Hafen2 ist an diesem Abend in einem intensiven Dunkelblau ausgeleuchtet. Ein idealer Ausgangspunkt, um die Augen staunend zu öffnen und die Gedanken ziellos schweifen zu lassen. Sich mit den Schweden auf die Suche nach der blauen Blume zu machen. Nach der ultimativen Schönheit also, die sich tief im Wald versteckt hat und nur von dem gefunden wird, dessen Herz ohne Arg ist. Diese Gralssuche übt einen unwiderstehlichen Reiz aus, weil sie sich endlos hinzieht und das Unterwegssein das Ziel ist. Klingt abgehoben? Die Band um die Strängberg-Zwillinge Per und Claes, die sich weiträumig unter dem Banner des Postrock sammelt, hat für einen allzu ausgetüftelten ideologischen Überbau nur ein Achselzucken übrig. Sie wollen vor allem schwelgen und sich in schimmernden Sehnsuchtswelten verlieren.

Zwischen Immanu El und EF aus Göteborg gab es ganz zu Beginn noch einige personelle Überschneidungen, doch inzwischen geht man nach diversen Umbesetzungen völlig getrennte Wege. Hatten EF ihre »kleinen Brüder« zunächst noch lächelnd in die Popecke gestellt, so trifft das heute nur noch ein Drittel der Wahrheit. Immanu El verlieren sich mit Vorliebe in ausufernden Songstrukturen, die sich harmonisch ineinander verschlingen wie Kunststickereien, die aus vielen kleinen Fäden ein flüchtiges Aufblitzen von Harmonie ergeben, je nach Lichteinfall. Sanftheit ist der Monarch, der im Königreich der fünf Jungspunde regiert. Ein liebeskranes Piano leidet. Die Gitarren legen repetitiv ausgefeilte Harmonien darüber. Und wie Wolken am spätnachmittäglichen Herbsthimmel verlieren sich die sanft nuschelnde Stimmen der Gebrüder Strängberg darüber. Für die dieser Auftritt im wohlgefüllten Hafen2 ein besonderer ist: Zwillingsgeburtstag heute! Ein Ständchen für »dear Per and Claes« aus dem (weiblichen) Teil des Publikums rührt die beiden Blondschöpfe dann doch.

Sarkastisch aufgelegte Zeitgenossen mögen die Musik von Immanu El als grenzwertkitschig bewerten, denn die seufzende Hingabe an ein unbekanntes Wunderland oder ferne Idealwelten spielen für die Schweden eine zentrale Rolle. »IN PASSAGE« heißt ihr neues, feines Album, auf dem sie mit dem Boot hinaus in die blauen Wasser der Ozeane stechen, großäugig, in Erwartung herzzreißender Begegnungen mit allen Circen und Zauberern dieser Welt. Aber eigentlich kommt es nie zur Klimax, das lockende Vorspiel ist es, was die Schweden reizt. Das Sich-Ergeben und im sanftesten Mahlstrom hin in unbekannte, blaue Tiefen ziehen zu lassen von den lockenden Melusinen. Sie werden noch lange davon singen, in Songs, die in Schönheit dahinsinken, wie der hingebungsvollen Hymne »On Your Shoulders« oder dem fahnenflatternd romantischen »Skagerak«. Hach! Man ergibt sich, sinkt mit der Wange an die nächste einladende Schulter und schließt die Augen.

IMMANU EL NEW ALBUM ‘IN PASSAGE’ (VISUAL) from IMMANU EL on Vimeo.

(Foto: Per Möller)

26. November 2011

I don´t know, but I think we have to walk: Solander live in Darmstadt

Bloß nicht stehenbleiben. Bloß nicht auf der Stelle treten! Unterwegs sein! Solander tun dies, und nicht nur musikalisch. Spät abends um viertel nach elf spielen die Schweden im neogotischen Schauerschloss Oetinger Villa in Darmstadt das letzte Konzert ihrer aktuellen Tour. Irgendwie erschöpft, aber trotzdem euphorisiert. Verhalten fangen sie an, aber treffen von Anfang an als Kollektiv den warmen Ton des Cellos von Anna Linna. Kaum ein Blick geht zurück in Richtung Weltschmerz-Folkpop des ersten Albums: Die Fünf spielen fast ausschließlich die Songs vom sehr feinen Zweitling »PASSING MT. SATU«, bei dem Mastermind und Sänger Fredrik Karlsson die Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke brechen lässt. Trotziger ist, selbstbewusster ist. Der Blick richtet sich nicht hinunter auf die Schuhe, sondern schweift neugierig in den Raum. Es könnten sich ja neue Möglichkeiten ergeben! Von ihrer Zärtlichkeit wollen sie etwas abgeben!

Dass derzeit Doppelstudienjahrgänge die Hochschulen überrennen, das muss für Musiker kein Nachteil sein: Erfreulich voll ist es an diesem Abend in der Villa, ein sehr junges Publikum, das andächtig auf dem Boden sitzt, artig aneinandergelehnt, und aufmerksam lauscht. Girrenden Glockenspiel, sehnsüchtigem Cello, puckernden Banjos. Und darüber liegt die Stimme von Karlsson, der es längst nicht mehr nötig hat, sich unter einer roten Basecap schüchtern zu verstecken. Der die Zwischentöne liebt und den Zweifel. Und die bescheidene Variante der Euphorie. Der die kleinen Geschichten erzählt, vom Vielleicht-Scheitern und Gegen-Wände-Rennen, aber vor allem: Vom Trotzdem-Tun. Es ist irgendwie heimelig in der Welt von Solander, aber nie zu sehr, dass man sich wirklich sicher sein könnte. Eine kleine, beunruhigende Unterströmung zieht sich die Songs. Es kann auch sein, dass wir ertrinken. Vielleicht. Wir sollten in Bewegung bleiben. »I don´t know, but I think we have to run«, heißt es im vielleicht schönsten Song des zweiten Albums, »The Garden«.

Karlsson flirtet verhalten mit dem Publikum und ist zum Schluss so angetan vom sorgsam lauschenden Zuhörern, dass er sich nach dem Gig mit interessierten Konzertgängern am riesigen Marmorkamin der Villa treffen will. Morgen sind sie wieder unterwegs, die Schweden, und fahren endlose 1.500 Kilometer nach Hause, nach Malmö. Und die Polarnbloggerin radelt endlich einmal nach Hause von einem Konzert und friert trotz Beinahe-Minusgraden fast gar nicht, weil diese Musik noch lange nachwärmt.

Foto: Ola Lindgren

21. November 2011

Verlosung: Norsk Urskog Vol. 3 – Metalsampler

Ja is denn scho Weihnachten?

Wir verlosen zehnmal »Norsk Urskog Vol. 3«! Ein Metalsampler voller norwegischer Underground-Metalmucke, die es in keinem Geschäft zu kaufen gibt.

Die Kapellen stammen aus ganz Norwegen, von Alta im hohen Norden bis Arendal im Süden. Sie spielen melodischen Hardrock, brutalen Thrash, Death oder Black Metal – und haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind unbekannt, unbemerkt, unterschätzt. Hier geht’s zur Rezension.

Was du dafür tun muss:

Maile deinen Namen und Adresse an »verlosung(*a*)nordische-musik.de« – ersetze das (*a*) durch @ – und erkläre warum gerade DU den Sampler bekommen musst.

Die fünf besten Erklärungen gewinnen auf jeden Fall, alle anderen Einsender kommen in die Lostrommel.

Die Verlosung endet am 5. Dezember 2011 um 12 Uhr. Später eingegangene Mails werden nicht berücksichtigt.

Viel Glück!

19. November 2011

Alle Jahre wieder: Nordische Weihnachten im »Süden« 2011


Lucia-Weihnachtsmarkt, Kulturbrauerei (Berlin) © Foto: Jochen Loch

Wer nordische Weihnachten erleben will, hat auch im Jahr 2011 die Wahl zwischen dem Berliner Lucia-Weihnachtsmarkt und den bereits fest etablierten finnischen Weihnachtsdörfern in Stuttgart, Hannover oder Leipzig. Ferner gibt es diverse mehrtägige nordische Weihnachtsbasare, wie in Frankfurt oder Hamburg.

Lucia Weihnachtsmarkt in Berlin

Alle Jahre wieder… gibt es den Lucia Weihnachtsmarkt in Berlin: 2011 gastiert er von Montag,  21. November bis Sonntag, 22. Dezember in der Kulturbrauerei (Prenzlauer Berg). Das burgartige Bauensemble der Kulturbrauerei mit seinen Höfen ist die malerische Kulisse für diese kleine nordische Weihnachtswelt, die jeden Tag ein kulturelles Programm bietet.

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