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Foto nordische Landschaft

29. August 2017

Summer Breeze 2017 – Freitag: Déjà-vu – ein Unwetter zieht heran

Memorian (UK) liegen gerade in ihren letzten Zügen, als wir auf dem Battlefield eintreffen. Wir sind zu früh dran für Battle Beast (FIN) und drehen auf der Suche nach CDs noch eine Runde durch die Händlermeile.

Vor der Summer Breeze-Stage einen Platz zu bekommen, fällt bei den Finnen recht schwer: Es ist erstaunlich viel los. Mit tanz- und bangbaren Rhythmen begeistert die Band um Fronterin Noora Louhimo das Publikum, das immer mehr fordert und sichtlich Spaß hat.

Die traditionellen Heavy Metaller begeistern ihre Fans mit Stücken wie »Familiar Hell«, »Touch In The Night« und natürlich »Black Ninja« – und diese danken es ihnen mit abfeiern und mehr oder minder textfestem Mitsingen.

Auf dem Weg in Richtung T-Stage nutzen wir die Möglichkeit erst einmal kurz aus der Sonne raus zu gehen – und entdecken fliegende Einhörner.

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28. August 2017

Summer Breeze 2017 – Donnerstag: Metalcore und Zickenterror

Ab Donnerstag werden dann zusätzlich zur T- und Camel-Stage auch die Hauptbühnen gerockt, genauer: die neue »Zwei-in-eins« alias »Summer Breeze-Stage« mit Drehscheibe. Nach einem ausgewogenen (Bier-)Frühstück statten wir dem »Battlefield« einen Besuch ab. Auf der Summer Breeze-Stage spielen The New Roses aus Wiesbaden als Ersatz für Xandria (D). Allzuviel ist noch nicht los an diesem Donnerstagmorgen. Wir hören uns ein paar Songs des lässigen (Hard) Rocks an und sind bester Laune, das Aufstehen hat sich gelohnt.

Anschließend stapfen wir eine Runde übers Gelände, um uns einen Überblick über die Änderungen im Vergelich zu den Vorjahren zu verschaffen. Vor der SB-Stage gibt es nun einen komplett abgetrennten Bereich mit dem Eingang rechts von der Bühne und dem Ausgang links. Trotz der vielen Durchsagen, die darauf hinweisen, haben die Ordner am Ausgang genug damit zu tun, den Leuten zu erklären, wo der Eingang ist. Im Laufe des Tages soll das noch schlimmer werden.

Da wir vor Obituary (USA) nichts mehr sehen wollen (wir haben die Wahl zwischen Metalcore, Metalcore und Metalcore) und die Sonne jetzt schon erbarmungslos brennt, gehen wir zurück ans Zelt zu den anderen. Zu fünft machen wir uns später auf den Weg zu den Death Metallern aus Florida. Recht statisch stehen sie auf der großen Bühne, nur Sänger John Tardy läuft hin und wieder umher. Zu verdenken ist ihnen das bei den Temperaturen nicht, zumal sie nicht mehr die Jüngsten sind. Die druckvolle Musik macht trotzdem Laune: sie ist so langsam, dass es fast schon schmerzt.

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28. August 2017

Summer Breeze 2017 – Mittwoch: Experiment 4.0

Nach einem Jahr Summer Breeze-Abstinenz wagen wir 2017 ein Experiment: In kurzfristiger Ermangelung eines eigenen Autos fahren wir am Mittwoch zusammen mit drei Freunden auf regulärem Weg nach Dinkelsbühl. Bis zur Fahrzeugkontrolle läuft es ohne größere Verzögerungen, der normale Anreisestau, kein Grund zur Sorge. Während die anderen samt Auto dahinkriechen, holen wir schon mal unsere Presse- und Fotopässe. Gemütlich laufen wir zum Auto zurück. Bei der Fahrzeugkontrolle angekommen, werden wir in eine der beiden äußersten Reihen gelotst (15:45 Uhr).

Anfangs sind wir noch guter Dinge, ab und an bewegt sich was. Irgendwann geht nichts mehr, langsam wird es anstrengend; bei mehr als 30° C  schleichen die Minuten dahin. Und über allem schwebt der Gestank der längsten Pissrinne Dinkelsbühls (=Absperrung), an der sich die Biertrinker erleichtern. Im Gegensatz zu unserer Reihe, geht in den zwei bis drei mittleren Reihen immer wieder was. Dass in den äußeren Reihen nichts vorwärts geht, ist kein Wunder: aus zehn oder mehr Reihen müssen zwei werden. Dabei will natürlich jeder der Erste sein.

Herrenlose, mitten im Weg abgestellte Autos erschweren das an sich logistisch schwierige Unterfangen; die Fahrer sind wie vom Erdboden verschluckt. Ordner, die den Verkehr regeln könnten, suchen die Wartenden vergebens. Langsam macht sich Unmut breit. Wenig später totaler Stillstand – für mehr als eine Stunde. Als wieder Bewegung in die Sache kommt, tauchen nach gut einer halben Stunde endlich die Fahrer der geparkten Autos wieder auf. Es geht weiter; zwar langsam, aber immerhin.

Wir reihen uns ein und fahren endlich Richtung Zeltplatz. Dort stehen dann zu unserer Überraschung auf 100 Metern mehr als vier Ordner. Beim Einweisen müssen wir gefühlt noch zehn Mal vor und zurückfahren, bis es dem Einweiser passt. Um 20 Uhr stellen wir den Motor ab. Fazit: Gute vier Stunden von »Black Earth« zum Zeltplatz.

Der Zeltaufbau muss dann ganz schnell gehen: die Einweiser lassen kaum Platz, d.h. es wird eng bei uns, und allen anderen. Nach ein paar klärenden Worten mit den Nachbarn weiß jeder, wo er sein Zelt aufbauen kann. Dann endlich ist es soweit: Zelte und Pavillon stehen (20:45 Uhr).

Auf der Pressekonferenz am Samstag werden wir den offiziellen Grund für die lange Warterei erfahren: Kompletten Beitrag lesen …

18. August 2017

Versponnene Schönheit mit Katrine Stochholm

Traumverloren zu fernen Klängen aus dem Radio tanzen: Das tut Katrine Stochholm, ehemaliges Mitglied der dänischen Experimentalpopster Under Byen. Die, so scheint es, eine lange kreative Pause eingelegt haben. Vor vielen Jahren habe ich die Band in Frankfurt interviewt und war sehr angetan von deren sympathischen Schrulligkeit, ihrer weiblichen Energie und von der Tatsache, dass sie mir die versponnene Schönheit der dänischen Sprache nahebrachten. Katrine Stochholm, eine der beiden Gründerinnen, hatte die Band damals schon verlassen. Zwischenzeitlich versuchte sie sich als Mitglied von Islets am massengeschmacktauglichen Barockpop. Und ist jetzt bei sich angekommen und tritt selbstbewusst als Solokünstlerin auf. Einige Konstanten aus der Under-Byen-Zeit sind geblieben: Katrine Stochholm singt dänisch. Und sie liebt die Poesie. Im wunderbar entrückten Track »En Dejlig Aften, Stille Sølvklart Vandet« vertont sie ein Gedicht von Emil Aarestrup, einem dänischen Dichter des 19. Jahrhunderts. Wem bei den sensiblen Beats und den krausen klugen Gedanken eine nicht ganz unbekannte dänische Band in den Sinn kommt, liegt nicht völlig falsch: Der Produzent Jonas Tranberg, der eng mit Efterklang zusammengearbeitet hat, ist für Mixing und Mastering verantworlich. »DANSER TIL RADIO« heißt das Debütalbum, das Katrine bereits Anfang des Jahres beim dänischen Label Sound Of Perpetual Astonishment herausgebracht hat. Katrine Stochholm entführt uns hier behutsam in geheimnisvolle Gegenwelten. Übt sich in der Kunst des federleichten Märchenerzählens. Das sind Sounds für alle graublauen Stunden dieser Welt, wenn sich der Tag langsam verabschiedet und kleine Nachtmusik durchaus von Feen verzaubert werden kann. Zu diesen sanft beunruhigenden Klängen können wir getrost die Augen schließen.

(Foto: Margrethe Yasmin)

25. Juli 2017

Irgendwo zwischen den Stilen sitzt es sich bestens: Olli

Es war einmal ein junger Mann von knappen 16 Jahren mit dem schönen Namen Olli. Er lebte in Finnland und pfiff auf all das, was sich heutzutage Teenie-Coolness nennt. Was soll man auch finster gucken und möglichst wenig mit ach so verständnisvollen Erwachsenen kommunzieren, wenn es doch viel mehr Spaß macht, im Herzen ein Spielkind zu bleiben! Mit elektronischem Tüftelkram herumzuexperimentieren und einfach eine Nische zwischen Konsolenklängen, Synthiemucke, Do-It-Yourself-Ästhetik, Disco und Nerd-Weltschmerz zu besetzen. Die musikalische Bildungsreise des jungen Olli ist noch in vollem Gange, denn von seinen weirdpoppigen Anfängen hat sich die Nachwuchskraft inzwischen entfernt und ist auf den Dancefloor-Pfad eingeschwenkt, aber in seiner krausen, eigenwilligen Variante. Olli ist in jungen Jahren so abgeklärt, dass er noch nicht einmal eine Facebook-Seite besitzt (bei Herrn Zuckerberg sollten alle Alarmglocken schrillen!), sondern seine Tracks auf dem sinkenden Bötchen Soundcloud veröffentlicht. Wo seine Streams bereits die Millionengrenze überschritten haben. Wer mit Olli kommunizieren will, sollte es über die Gamer-App Discord versuchen. Whatsapp, wie altmodisch!

Jedenfalls: Bei mitleidlos strömendem Regen kann man mit Ollis Songs mit ihrem schrulligen Charme bestens lauschen und sich an seinen selbstbewusst ungelenken Vocals erfreuen. Das gesamte Werk des Jungmeisters kommt jetzt beim Qualitätslabel Soliti heraus. Die EP »BYE« hat er im Alter von 14 Jahren geschrieben und entführt uns hier souverän in schräge Wunderwelten, wo sich japanische Manga-Mädchen in finnischen Wäldern verlaufen und vielleicht nie mehr herausfinden. Aber auch das unbekümmerte »Happy That You Came«, das er erst vor 14 Tagen eingestellt hat, überzeugt mit beatlesken Zitaten, zuckersüßer Moritaten-Attitüde, bisschen Reggae und bliependen Tanzklang. Irgendwo zwischen den Stilen sitzt es sich bestens!

 
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