29. November 2007
Mäkkelä’s Trash Lounge in meiner Stadt
Und ich dachte, die halbe Welt kennt Mäkkelä’s Trash Lounge und die Hälfte davon wird da sein, aber dann saßen am Ende in der Astra-Stube ein gutes Dutzend an Besuchern locker gestaffelt im Raume herum, was die Stimmung des Songwriters jedoch nicht sonderlich trübte. Der später erzählte, bei jeder Tour würde er darauf achten, dass Hamburg auf dem Plan stünde und sei es dann so weit, würde es draußen in Strömen regnen, es sei schweinekalt (mindestens) und die Zuhörerzahl würde sich auch in Grenzen halten (sic!), weshalb er jedes Mal dächte: Also das nächste Mal lässt du Hamburg mal aus, das war’s mit Hamburg, Hamburg muss nicht sein. Und? Tja, auch dieses Mal sagte der Meister: “Danke. Es war ein schöner Abend mit euch, auch wenn ich langsam jeden von euch vom Gesicht her kenne. Ich komme wieder, klar. Danke noch mal.”
Es war wirklich ein schönes Konzert. Mäkkelä’s Trash Lounge spielte seine leicht ruppigen Weisen, die eben nie umkippen ins gefällig Melodiöse, wie man es bei anderen Menschen mit Gitarre erlebt. Höchstens, dass er ein paar Melodien anriss, aber sich nie darauf ausruhte. Dazu erzählte er zwischendurch kleine Geschichten – wie er mal in einem Club in London spielte und was das mit Pinguinen zu tun hätte. Wie dies Jahr gewesen wäre, was ihm alles abhanden kam – eine Gitarre, eine Frau – und das eben dies das Abschlusskonzert für eben dieses seltsame Jahr 2007 sei.
Und man muss ihn wirklich mal live sehen, denn es ist einfach berückend, wie er eben noch ruhig und selbstverständlich erzählt und einzelne Gäste begrüßt (Etwa: „Ich dachte, du hasst Singer-Songwriter?“ Und sie: “Manchmal muss man eben leiden.”), um dann im nächsten Moment ganz in seine Musik zu kippen. Da wird nichts runter gespielt, da wird nicht geschlunzt, da ist einer ganz da, bis zum letzten Akkord. Wirklich gut und wirklich nett, dieser Mann.




Höchstens mal 15 Konzertgänger haben sich an diesem trüben Novemberabend eingefunden, um schwedischen Pop zu hören. Die Konkurrenz aus dem eigenen Land ist da, denn kaum dreihundert Meter weiter spielt
Unterstützt von einem präzisen Tourschlagzeuger mit knochentrockenem Anschlag entsteht eine zärtliche, experimentierfreudige, mächtig Tanzlust machende Melange. Und ganz zum Schluss fliegen die Seifenblasen und blitzt so eine Ahnung von Glück auf. Auch das gehört im übrigen zum perfekten Popsong.
