11. April 2007
Die New Violators oder sind wir der neueste Geheimtipp?
Nichts lieben die bunten Musikpostillen – auch die mit Anspruch! – mehr, als die Genugtuung für sich verbuchen zu können, das nächste heiße Ding als erste entdeckt zu haben. Wär ja auch peinlich, immer nur die ollen Kamellen zu Tode zu loben. Dass sich die vielversprechenden neuen Entdeckungen häufig nur als Eintagsfliegen entpuppen, interessiert hier nur am Rande.
Seit Anfang des Jahres tauchen die norwegischen New Violators immer wieder mal mit dem »Geheimtippstatus« ausgepreist in Leitmedien wie Village Voice oder Pitchfork auf. Vielleicht sollte man noch ein entscheidendes Detail hinzufügen: Die Band aus Trondheim, die erst seit dem vergangenen Sommer existiert, hat noch nicht mal ein Album vorgelegt. Ist noch bei keinem Label unter Vertrag. Was ja nichts Ehrenrühriges ist. Gerade drei Songs haben die Musiker um Sänger Per Borten auf ihrer myspace-Seite dem neugierigen Musikvolk zu bieten. Nicht gerade großzügig. Auf der potenziellen Single-Auskopplung »Burma« klingt Borten so wie Morrissey bei einem völlig untypischen, brachialen Temperamtsausbruch. Ansonsten fliegen die Zitate und musikalischen Anspielungen munter von Cure-Schwulst bis zu Duran-Duran-Dandytum. Und die Discokugel dreht sich dazu.
Zugeben: Die Violators sind eine Band mit einem hohen Energielevel. Machen Tanzlust. Sollen live glaubhaften Berichten zufolge unwiderstehlich sein und wurden im März beim SXSW-Festival in Texas hoch gelobt. Aber warum gerade diese Band zum Indie-Insidertipp ausgerufen wird, bleibt unklar.
Music Export Norway, von Berufs wegen zur
Parteinahme für die Musiker des eigenen Landes prädestiniert, widmet den New Violators immerhin einen nicht allzu lobhudeligen und angenehm faktentreuen Beitrag.
Seufzend fragt sich die Musikfreundin, was in diesen Zeiten des immer schnelllebigeren Verheizens von Trends und der Allgegenwart von Musikblog-Lobeshymmnen und myspace-Overkill noch Bestand hat. Bei der Überfülle an aufstrebenden jungen Bands und nachlegenden Zweitveröffentlichern ist es müßig und überflüßig. sich auf die Empfehlungen der angeblichen Szenegurus zu verlassen. Lieber neugierig der eigenen Nase nach! Und immer schön skeptisch bleiben!


Es war schlicht wahrhaft genialer Krach, denn die beiden da dahin zauberten, eine halbe Stunde lang, immer wieder am Rande der Monochromität entlang und wenn es einen einzigen Moment dabei gab, der ein wenig aus der Rolle fiel, dann den, wo John Hegre den Gitarrenhals kurz losließ und verschämt auf die Armbanduhr schaute. Pünktlich danach eine kurze Verbeugung, ein schüchternes Lächeln und – Stille; die sich gegen das eben erlebte Rock’n'Roll-Inferno allerdings erst einmal behaupten musste.
Warum schweigen sich die Musiker um Sänger Jari Oisalo selbst auf ihrer myspace-Seite beharrlich für den Rest der Welt aus und kommunizieren nur auf finnisch? Und warum ist so gut wie kein Foto von
herausgekommen, ein Album, auf dem die Musiker zum Traumtanzen zurückfinden, nachdem sie auf dem Vorgänger »
Irgendwann ist es für jeden das erste Mal. Auch für das
Wenn der Mann richtig aufdreht, sieht die Sache anders aus. Hinzuzufügen bleibt: Die Spielfreude, Anarchie, Energie und Rotzfrecheit von Boomhauer gehen im Duell mit dem anfänglich sehr zurückhaltenden Darmstädter Publikum eindeutig als Sieger vom Platz. Faktum bleibt: Ein Boomhauer-Konzert ist immer unwiderstehlich. Auch wenn Herr Krappala mal wieder seine wunderbaren langsamen Songs nicht live spielt.
