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Foto nordische Landschaft

11. Februar 2010

Filme im Berliner Felleshus: Max Manus, Bananas!* und Frygtelig lykkelig

Im Felleshus (Gemeinschaftshaus) der Nordischen Botschaften in Berlin werden im Februar sehenswerte Filme aus Norwegen, Schweden und Dänemark gezeigt.

Sonntag, 14. Februar 2010 um 15 Uhr: Film und Podiumsdiskussion »Max Manus«
Mehr als 1,2 Millionen (jeder vierte!) Norweger strömten in die Kinos, um »Max Manus« zu sehen – der Film wurde damit zur erfolgreichsten norwegischen Produktion der letzten 35 Jahre.

Mittwoch, 17. Februar, 17 Uhr: »Bananas!*«
»Bananas!*« vom schwedischen Filmemacher und Journalisten Fredrik Gertten ist ein spannender, vielschichtiger Dokumentarfilm, der das Drama und die Politik hinter unserer globalisierten Welt und unserem globalisierten Essen zeigt.

Mittwoch, 24. Februar, 19. Uhr: »Frygtelig lykkelig«
»Frygtelig lykkelig« (=Terribly Happy), der dänische Film aus dem Jahre 2008 wird im Original mit Untertitel gezeigt.

08. Februar 2010

Starflower: Von Vögeln, Kanonenfeuer und Schnee

Das Jahr ist noch jung genug, um einen kleinen Blick darauf zu werfen, was aus der höchst lebendigen und außerhalb des Landes nahezu unbekannten finnischen Indie-Popszene auf uns zukommt. starflo-1Starflower zum Beispiel, die Pianopopspielkinder aus Pori, legen am 3. März ihr neues Album »CEASEFIRES« vor.  »Of Birds, Cannon Fires And Delays Caused By The Snow« heißt das Motto, unter das die  Band ihren Zweitling gestellt hat. Als erste Einstimmung auf kommende Traumtänzereien haben die Fünf mit You King einen Song plus Video auf ihre Homepage gestellt, der die Latte zum zustimmendenLächeln schon mal ziemlich hoch legt. Verhaltene, fein ausgemalte Sehnsüchtereien. Vögel ziehn gen Himmel, wir stapfen durch den Schnee, und irgendwie schaffen es diese Provinznachwuchskräfte, klassisch und strukturiert eine romantische Grundleichtigkeit zu schaffen.

Starflower – You King [HQ] from Starflower on Vimeo.

Aus dem Küstendtädtchen Pori kommen übrigens – gemessen an der Größe! – eine Vielzahl interessanter Bands unterschiedlichster Stilrichtungen von Eleanoora Rosenholm über Circle bis zu Magyar Posse. Der Laie staunt. Und Pori wäre nicht Pori, wenn die Verflechtungen der Bands untereinander nicht auch Starflower tangieren würden. starflo2Bassist Lauri Hannus (der übrigens auch für das Video verantwortlich zeichnet) ist am selben Instrument auch für die wunderbaren Lowlife Rock´n´Roll Philosophers aktiv, der bebrillte  Schlagzeuger Mikko Grönlund war früher bei den leider aufgelösten Klavierpopheroen Baby Sweetcorn aktiv. Diese Querverweise und gegenseitigen Einflüsse in der Pori-Szene wären ein Thema für eine musikhistorische Doktorarbeit, Freiwillige bitte fix voran!

Lebenszeichen gibt es imn finnischen Pop übrigens auch von den lange auf Tauchstation gegangen locker-ironischen Husky Rescue. Und von den Melodrama-Schwärmern Magenta Skycode. Und von den unbeholfenen Träumern Flannelmouth. Von unseren Lieblingsverlierern Daisy ganz zu schweigen. Kommt alles noch hier. Versprochen.

(Bandfoto: Maria Arponen)

03. Februar 2010

»ISLAND 63° 66° N« live im Kino – auch in Deiner Nähe?

Am Samstag, 13. Februar 2010 um 16 Uhr zeigt Stefan Erdmann in der Karlsruher Schauburg »ISLAND 63° 66° N«. Am 14. Februar ist er dann in Ludwigsburg und Calw zu sehen, am 15. in Balingen.

island

»Endlose Weiten, mächtige Gletscher und Vulkane, zahllose Wasserfälle, farbenprächtige Gebirgszüge – Einsamkeit und Natur pur, das ist Island. Mit seinem live kommentierten Filmvortrag setzt der Filmemacher Stefan Erdmann ein neues Zeichen in der Reisedokumentation.

Er zeigt einen auf technisch höchstem Niveau erarbeiteten Film in High-Definition und entführt die Zuschauer in die vielseitigen und grandiosen Naturlandschaften der größten Vulkaninsel der Erde mit spektakulären und einzigartigen Filmaufnahmen, sowohl aus der Luft wie auch vom Boden.«

Mehr Informationen zum Film findet ihr auf der offiziellen Website und hier in unserem Polarblog. Dort könnt ihr auch ein Hintergrundgespräch mit Stefan Erdmann und Isgaard lesen: über Island, den Film und seine Musik.

Die weiteren geplanten Termine 2010 – vielleicht auch in Deiner Nähe

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01. Februar 2010

Dúné im Karlsruher Substage: Ich bin enttäuscht…

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Ich bin enttäuscht, dass nur 200 Leute ihren Weg zu Dúné ins Karlsruher Substage finden – und außerdem erst nach dem halben Set richtig auftauen. Glücklicherweise lassen sich die Dänen davon nur minimal beirren: Sänger Mattias Kolstrup schlüpft erst nach drei Vierteln des regulären Sets aus seiner Jacke.

Doch von Anfang an: Nach dem langsamen ersten Stück »Time To Leave« zieht das Synthie-Rock-Septett via »Heat«, »A Blast Beat« und »Bloodlines« langsam das Tempo an, wirbelt kurz darauf wie gewohnt über die Bühne: Mattias widmet sich dem Publikum, während Keyboarderin, Gitarristin, Mitsängerin Cecilie »Cille« Dyrberg tänzelt und Keyboarder Ole Bjørn Sørensen und Gitarrist Danny Jungslund sich klischeehaft in Rockstarposen suhlen.

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28. Januar 2010

Waschzettel-Lyrik, geklaut und wiedergekäut

Alles nur geklaut. In einem sehr lesenswerten Beitrag mit dem Titel Distanz? Recherche? Pah! echauffiert sich Zeit-Online-Redakteur Jan Kühnemund zu Recht über die immer mehr um sich greifende Unsitte von Musikjournalisten, die Promo-Texte von Plattenfirmen und Promotern unkritisch zu übernehmen. Vielfach sogar wörtlich. Diese journalistischen Dünnbrettbohrer schreiben nicht etwa für Provinzmedien oder Fanmagazine, sondern für eigentlich ernstzunehmende Postillen wie Spex, Visions oder Musikexpress. Die Waschzettel, wie die Promo-Texte zu neuen Alben gemeinhin genannt werden, werden als Ersatz für eigene kreative Denkleistung kritiklos übernommen, so lautet der Vorwurf. Der ist durchaus berechtigt.

Generell ist dazu zu sagen, dass es sich bei diesem Trend nicht um ein Phänomen handelt, das allein die Musikredakteure betrifft. Nach Jahren der ungezügelten Stellenstreichungspolitik sind die Redaktionen fast aller Medien jammervoll unterbesetzt. Zeit für intensive Recherche bleibt nicht. Die unterbezahlten freien Journalisten verfügen ebenfalls nicht über ein unbegrenztes Recherche-Zeitbudget, wollen sie finanziell über die Runden zu kommen. Dann kommt es häufig dazu, dass Pressmitteilungen leicht umgeschrieben werden (ein bisschen Selbstachtung muss ja bleiben). Dass sich im beigelegten 186-seitigen Geschäftsbericht der Firma xxx auf Seite 96 ein Klopper verbirgt, der die finanziellen Aussichen des Unternehmens ziemlich trübt, bleibt unbemerkt.

Aber zurück zum Musikjournalismus. Der besonders zeitaufwändig ist. Um sich ein fundiertes Urteil über ein Album erlauben zu können, muss man die gesamte Platte öfter hören. Im idealsten Fall über mehrere Tage hinweg. Muss man bei unbekannten wie bekannten Bands einiges an Recherche investieren. Wo kommen sie her, wo gehen sie hin? Darf man sich niemals von einigen euphorischen Blogeinträgen blenden lassen, die im Vorfeld durch das Netz rauschen. Immer im Hinterkopf behalten: Es kann durchaus sein, dass der Kaiser keine Kleider trägt.

Immer gut für einen Lacher sind die Querverweise. Wie oft hat man auf Waschzetteln schon gelesen, dass die neue Band xy klingt wie Interpol. Oder die Arctic Monkeys. Oder Coldplay. Oder Neil Young oder King Crimson. Hauptsache, dass große Namen genannt werden. Man hört die betreffende Platte und denkt still-empört bei sich: Spinnen die denn? Auf welchem Planeten leben die denn? Diese Band hört sich in keinster Weise so an wie Interpol. Nie im Leben. Besonders zu bemitleiden sind Bands aus Island. sigurMögen sie musikalisch noch in einer völlig anderen Ecke beheimatet sein, der Vergleich zu Sigur Rós (Foto) oder Björk folgt mit der Gesetzmäßigkeit von Lottozahlen am Samstag. Ärgerlich, so etwas.

Aber nicht nur die Musikjournalisten sollten ab und zu einen Besinnungstag einlegen und ernsthaft darüber nachdenken, wo sie sich von ihrem Anspruch her sehen wollen. Ähnliches aber gilt für Promoter und Plattenlabels. Auch hier würde mehr Sorgfalt nicht schaden, vor allem im Umgang mit der deutschen Sprache. Sie wollen über ihr Produkt informieren, dann sollten sie es auch in angemessener und ansprechender Weise tun. Besonders angesprochen fühlen sollten sich die kleinen Labels. Diese Kleinunternehmen können sich keine professionellen und erfahrenen Texter leisten, so die Vermutung. Die Promotexte fallen entsprechend aus. Grammatik, Rechtschreibung und Lesbarkeit bleiben auf der Strecke. Im Ergebnis sind diese Texte häufig fürchterlich zu lesen. Als Racheaktion wünscht sich die Musikredakteurin, dass die alte Deutschlehrerin doch bitte demnächst ungangemeldet mit gezücktem Rotstift bei den Kleinlabels auftauchen und Angst und Schrecken verbreiten soll.

Kommen wir zum nächstem Problem: Dem Klau.
diebstahl2Wir von Nordische Musik haben den Anspruch, fundierte, ausgewogene und gut recherchierte Rezensionen, Artikel und Berichte zu schreiben. Wir haben keinerlei Spaß daran, immer wieder unverhofft entdecken zu müssen, dass unsere Texte ungefragt aus dem Netz geklaut und als Promotexte verwendet werden. Gerade bei hierzulande unbekannteren Bands, über die wir zuerst in deutscher Sprache berichtet haben. Kommt häufig vor, ist immer wieder ärgerlich. Eine Mail, ein Anruf  genügen. Aber es gehört sich einfach, vorher um Erlaubnis zu fragen. Die wir gerne erteilen. Unter einer Bedingung: Dass die korrekte Quelle genannt wird.

Respekt gegenüber der kreativen Leistung anderer ist ein Wert, der besonders den Labels am Herzen liegen sollte. Ob groß oder klein.

(Foto:  M. Korsakov)

 
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